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Manchmal muss man einfach fragen! Kultur Bild(en)

Aktuell: Die Podcasts stehen auf Spotify und anderen Plattformen zur Verfügung. Einfach reinhören!

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Kulturamt Konstanz – YouTube

Projekt

Gemeinsam mit Akteur*innen der Kulturellen Bildung, Künstler*innen, Lehrkräften, Schüler*innen, Erzieher*innen und sonstigen Interessierten soll noch in diesem Jahr ein innovatives, nachhaltiges, partizipatives und barrierefreies und vor allem freudemachendes Fortbildungskonzept in Kultureller Bildungsarbeit und Vermittlung entwickelt und ausprobiert werden. Dafür erhält ein Team aus Rosgartenmuseum und Kulturamt, unterstützt vom #konstanzerkulturlabor (Ines Stadie, Anna Martinez Rodriguez, Angelika Braumann, Andreas Sauer) Fördergelder für das Projekt »Manchmal muss man einfach fragen! Kultur Bild(en)!«durch das Zentrum für Kulturelle Teilhabe (https://kulturelle-teilhabe-bw.de).

Entwicklung

In der ersten digitalen Phase haben wir über Mentimeter, einem digitalen Umfragetool, erste Ideen und Statements zu Kultureller Bildung gesammelt.

Fortbildung

Die Ergebnisse aus dieser Umfrage wurden in einer 2. Phase in Interviews mit Expert*innen und Gesprächspartner*innen diskutiert und sind in Form von Podcasts zu hören. Im Herbst entstand so im Work-in-Progress-Verfahren ein Fortbildungskonzept, das ab November bis Dezember 2022 mit Workshop-Angeboten, praktischer Projektarbeit und vielem mehr durchgeführt wird.

Jede/Jeder ist eingeladen mitzumachen, die Teilnahme ist kostenlos und einfach.

Diese Seite wird laufend aktualisiert. 
Letze Aktualisierung: 17.11.2022


Entwicklung

Die Podcasts können auf verschiedenen Plattformen gestreamt werden:

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Fortbildung

Weiterkommen! – so lautet das Motto des Förderprogramms des Zentrums für Kulturelle Teilhabe Baden-Württemberg. Akteur*innen und Institutionen im Bereich Kulturelle Bildung und Vermittlung sollen gestärkt und ihre Wirksamkeit für die kulturelle Teilhabe verbessert werden. Im besten Sinne: Weiterkommen in der eigenen Arbeit mit den Fokusgruppen, die wir ansprechen wollen.

Das Rosgartenmuseum und das Kulturamt Konstanz mit den Bereichen Museumspädagogik, Kulturelle Bildung sowie Turm zur Katz haben mit Akteur*innen gesprochen, ihre Ideen und Interessen abgefragt und in Podcasts diskutiert. Aus diesen Fragen ist ein Weiterbildungsprogramm entstanden mit Kunstbegegnungen, vielfältigen Workshops, einem Think Tank zu Inklusion sowie einer digitalen Abschlussdiskussion am 12.12.2022.

Alle Programmpunkte können dank der Förderung des Zentrums für Kulturelle Teilhabe Baden-Württemberg kostenlos besucht werden. Die Workshops sind kompakt und mit nur wenigen Teilnehmer*innen intensive Formate. Über die Teilnahme wird eine Bescheinigung ausgestellt. Teilnehmen können Lehrkräfte, Erzieher*innen, Eltern, Kulturakteur*innen, Student*innen und Schüler*innen sowie alle Interessierten an Kultureller Bildung.

Die Anmeldung ist digital über das Anmeldeformular auf dieser Seite oder telefonisch unter 07531 9002902 möglich. Die Platzvergabe erfolgt in Reihenfolge der Anmeldungen. Für weitere Informationen können Sie sich gerne bei Luise Schauer (07531 9002928) oder Angelika Braumann (07531 9002902) melden.

Hier gibt es die Fortbildungsbroschüre zum Runterladen: Kultur Bild(en)

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1. Kommunikativ Wertvoll!

Dienstag, 29.11.22, 10:00-12:30 (Kulturakteur*innen) Ort: Aktionsraum Rosgartenmuseum, Rosgartenstraße 3-5, 78462 Konstanz

„Und dafür hab ich jetzt Geld ausgegeben?!“ In unserer Leistungsgesellschaft wird vom Brötchen beim Bäcker bis zur Tanzaufführung im Theater alles bewertet. Kunst und Kultur haben es da besonders schwer, weil ihre Wertigkeit nicht immer so leicht zu vermitteln sind.

Zum Auftakt unserer Workshop-Reihe dürfen Interessierte sich mit Iris Kaufmann austauschen, wie sie ihre Arbeit besser einschätzen und den Wert anderen vermitteln. Das Angebot richtet sich in zwei Veranstaltungen einerseits an Kunst- und Kulturakteur*innen, andererseits an Lehrkräfte und Pädagog*innen. Individuelle Ratschläge helfen dem Einzelnen die eigene Tätigkeit nicht nur in monetärer Art, sondern auch in anderen Faktoren besser zu beurteilen. Der zweite Schritt ist die Präsentation des ausgebauten Selbstverständnisses mithilfe kommunikativer Methoden. Kulturakteur*innen können zum Schluss besser ihr Tun bewerben wie auch Lehrkräfte ihren Schüler*innen eine reflektierte Sichtweise auf künstlerische Arbeiten erläutern.

Iris Kaufmann ist seit fast zwanzig Jahren als Kulturvermittlerin tätig. Sie unterstützt als zertifitierter Systemischer Business Coach Menschen dabei, besondere Herausforderungen im Arbeitsleben zu meistern. Ihre Arbeit stützt sich dabei auf ihr qualifiziertes Wissen, ihre Erfahrung aus beiden Bereichen sowie auf wissenschaftliche anerkannte Methoden und Konzepte aus der Psychologie.

Teilnehmerzahl: 8-10 Personen

Teilnahme ist kostenlos. Für Verpflegung ist gesorgt.

2. Kunstbegegnungen

Donnerstag, 01.12.22, Ort: Kunstverein Konstanz, Wessenbergstraße 41, 78462 Konstanz; Treffpunkt vor der Glastür des Kulturzentrums
Donnerstag, 15.12.22, Ort Atelier Susanne Kiebler, Oberlohnstraße 3, 78467 Konstanz; Treffpunkt bei den Briefkästen zum Innenhof
Uhrzeit beider Termine: 18:00 – 19:30 Uhr

Kunst will erlebt werden, Kunst schafft neue Wege, Kunst verbindet. Und doch ist sie manchmal schwer zu greifen und entzieht sich dem ersten Blick.

Die Künstlerin und Pädagogin Susanne Kiebler lädt Lehrkräfte, Kunstfreunde und junge Erwachsene zum Get together ein. Zwei Termine sind geplant, ohne Verbindlichkeit an beiden teilnehmen zu müssen. Am 01.12. findet ein Besuch in der aktuellen Ausstellung „Handarbeit“ von Andrea Vogel (Konstanzer Kunstpreis 2022) statt. Zusammen werden die zeitgenössischen Installationen studiert und kurze, kreative, gestalterische Zugänge ausprobiert. Welche Bezüge gibt es, wie steht das Einzelne zum Gesamten, was bleibt am Ende der Betrachtung und künstlerischen Annäherung? In zukünftigen Ausstellungsbesuchen können dann Vorgehensweisen für die Kunstvermittlung angewendet werden. Am 15.12. gibt es eine weitere „Kunstbegegnung“ mit einem Einblick in ihr Atelier von Susanne Kiebler und ihr künstlerisches Schaffen. Die Teilnehmer*innen bekommen einen Einblick in die künstlerische Arbeit und dürfen auch die speziellen Malutensilien ausprobieren. Bei einem kleinen Umtrunk mit Bier und Chips können Sie sich gegenseitig austauschen und vernetzen. Das Ziel beider Veranstaltungen ist ein besseres Verständnis für wie auch ein engeres Miteinander in Kunst und Kultur. Die „Kunstbegegnungen“ sollen 2023 fortgesetzt werden.

Susanne Kiebler studierte Malerei und Kunstgeschichte in München. Anschließend übernahm sie Lehrtätigkeiten in Ravensburg, Kreuzlingen, Wien und Ulan Bator (Mongolei). Ihre aktuellsten Malereien von weiten, kargen Landschaften sind inspiriert von ihren Reisen in die Mongolei und nach China.

Die Teilnahme ist kostenlos. Für Verpflegung ist gesorgt.

Teilnehmerzahl: 10 – 15 Personen

Hier gehts zur Anmeldung.

3. Projekte Spielend Gestalten

Ab dem Donnerstag, den 17.11.22 können alle über den Code 3594 1995 am Mentimeter teilnehmen: www.menti.com

Spielend lernen: ein Thema, über das in der Pädagogik immer öfters gesprochen wird. Das Ziel ist in der Spielpädagogik, sich von trockener, anstrengender Wissensvermittlung zu entfernen und die Schüler*innen freier, interaktiver sowie spaßiger einzubinden. Damit sind nicht nur moderne Technologien gemeint, sondern auch Kommunikationstechniken, Rollenspiele oder andere Hilfsmittel.

Gemeinsam wollen wir ein inklusives Spielprojekt entwickeln.
Wir starten dafür einen digitalen Aufruf auf der Website für Ideen, Konzepte oder Ansätze für ein mögliches Projekt.
Alle Vorschläge dieses digitalen Think Tanks werden gesammelt, evaluiert und im Workshop „Formate schaffen & Kreativität fördern“ mit Nicole Klemens zu einem realisierbaren Konzept weiterentwickelt. Ziel ist es, das gemeinsam erarbeitete Projekt in 2023 umzusetzen.

Die Teilnahme am Mentimeter ist kostenlos verpflichtet nicht zum Workshop.

4. Formate Schaffen & Kreativität fördern

Samstag, 03.12.2022; Uhrzeit: 10.30 bis 14.00 Uhr (inkl. Pause)
Ort: Turm zur Katz, Erdgeschoss, Wessenbergstraße 43, 78462 Konstanz
Treffpunkt: Vor dem Eingang zum Kulturzentrum

Kreativität ist ein Motor bei uns allen und besonders in Kunst und Kultur. Sie lebt davon. Doch wie regt man unsere Fantasie an, wie schafft man neue, interessante Dinge? Dazu muss man nicht stundenlang an seinem Schreibtisch sinnieren oder in fremde, weite Gegenden reisen. Es geht auch einfacher.
Interessierte lernen in diesem Workshop unter der Leitung von Nicole Klemens verschiedene Kreativitätstechniken kennen. Gezeigt werden klassische Methoden wie auch neue Ansätze. Jeder kennt die Aufgaben aus der Schule wie die beliebte Mindmap oder das Brainstorming. Das Design Thinking ist einer der Schwerpunkte von Nicole Klemens, der bei der Entwicklung innovativer Ideen im Alltag hilft. Methoden aus der Designentwicklung werden auf Praxisbeispiele des privaten und beruflichen Lebens übertragen, um den kreativen Prozess anzustoßen. Die Fortbildung fördert kreatives Selbstverständnis und es werden Techniken für Schule, Arbeit oder Zuhause erlernt.
Nicole Klemens ist selbstständige Kunst- und Designhistorikerin sowie Kommunikationstrainerin. Sie kann in ihren Workshops auf einen Erfahrungsschatz aus ihrer Lehr- und Museumstätigkeit zurückblicken. Website: https://www.nicoleklemens.de/

Die Teilnahme ist kostenlos. Für Verpflegung ist gesorgt.

Teilnehmerzahl: 8-10 Personen

 

5. Körper und Stimme

Termine: Samstag, 14.01.23 (neuer Termin!), Uhrzeit jeweils 15:00 -18:00 Uhr
Ort: Wolkensteinsaal im Kulturzentrum am Münster, Wessenbergstraße 43, 78462 Konstanz

Treffpunkt vor dem Eingang des Kulturzentrums

Der Termin am 11.12.22 musste leider abgesagt werden.

Sind die Arme verschränkt, wird vermeintlich Abwehr gezeigt. Bleibt der Mund zu, verstehen einen Andere nicht. Der bewusste Einsatz von stimmlichen und körperlichen Werkzeugen ist in der Kommunikation und Vermittlung von Inhalten ein wichtiger Faktor.

Der Schauspieler André Rohde gibt an jeweils zwei Terminen einen Trainingsworkshop allen Interessierten, die an ihrer Aussprache, Gestik und Mimik feilen wollen. Wie setze ich Atmung, Lautstärke, Tempo und Körperhaltung ein? Durch einfache Übungen werden Stimme und Körper entspannt und der Aufregung entgegengewirkt. Die Tipps und Techniken helfen Kulturakteur*innen ihre Ideen anschaulicher zu präsentieren, Lehrkräften die Wissensvermittlung zielsicherer durchzuführen oder auch jungen Erwachsenen besser verstanden zu werden.

Seit 2013 ist André Rohde regelmäßig in Film – und Theaterproduktionen zu sehen und bietet seine Tipps für ein professionelles und sicheres Auftreten an.

Die Teilnahme ist kostenlos. Für Verpflegung ist gesorgt.

Hier gehts zur Anmeldung.

6. Kunst, Werk, Druck

Der Workshop wurde im Rahmen des Konstanzer Kulturlabors realisiert. Alle Plätze sind schon vergeben.

Kunst zeichnet sich durch Einzigartigkeit aus: Je seltener, origineller ein Werk, desto wertvoller wird es behandelt. Gleichzeitig tauchen Klassiker massenhaft auf Plakaten, Tassen und sonstigen Souvenirs auf. Druckgrafiken sind eine künstlerische Antwort auf die Individualität und Reproduktion der Kunst.

Susanne Smajic zeigt in dem ersten Teil des Workshops Einsichten in die verschiedensten Drucktechniken für die Lehrkräfte der Haidelmoosschule. Gemeinsam erfahren sie den Prozess vom Einfärben der Druckplatte bis zum fertigen Abzug. Dabei lernen sie auch die Unterschiede zwischen älteren Formen wie dem Holzschnitt, der Radierung oder dem modernen Siebdruck kennen. Im zweiten Teil dürfen dann Schüler*innen der Grundschule selber Hand anlegen und drucken.

Susanne Smajic studierte Druckgrafik & Illustration in Münster und widmet sich dieser speziellen Kunstart schon seit dreißig Jahren. Ihre Radierungen wurden schon in Ausstellungshäusern in Deutschland, Schweiz und Österreich ausgestellt. Einige Werke können derzeit im Richental-Saal des Kulturzentrums Konstanz in der Ausstellung „Mit anderen Augen“ betrachtet werden.

 

7. Bildung formen mit dem "Farbstifter"

Dieser Workshop musste leider abgesagt werden und findet nicht statt.

Ort: Atelier Susanne Kiebler, Neuwerk Oberlohnstraße 3, 78467 Konstanz
Treffpunkt: An den Briefkästen im Durchgang zum Innenhof

Welche Möglichkeiten gibt es Kindern und Jugendlichen Kunst zu vermitteln? Wir bieten in diesem Workshop Lehrkräften, Eltern und Erzieher*innen eine praktische Einführung in das Lehrbuch „Farbstifter“ an. Praxisbeispiele aus dem Buch helfen den Teilnehmenden Kunstvermittlung spielend und trotzdem lehrreich zu meistern. Zusammen mit der Künstlerin Susanne Kiebler tauchen die Teilnehmer*innen an den zwei Tagen in das Universum von Stiften, Farben und Materialien ein.

Der „Farbstifter“ wurde 2017 von Martin Beck und Susanne Kiebler entwickelt; zwei langjährigen Dozent*innen für Kunst und Gestaltung an der Pädagogischen Hochschule Thurgau. Er bietet ein handliches didaktisches Instrumentarium aus zwölf praktischen Aufgaben und fördert die kreative Motivfindung und das bildnerische Gestalten von klein auf.

20-25€ für Material pro Person, abgesehen davon ist die Teilnahme kostenlos. Für Verpflegung ist gesorgt.

Teilnehmerzahl: 8-10 Personen

 

8. Nachhaltige Kultur Bild(en) - ein Livetalk

Der Livetalk musste leider abgesagt werden und findet nicht statt.

Dauer ca. 1 Stunde
Livestream auf YouTube

Wie gestaltet man Kulturelle Bildung nachhaltiger? Die Frage bezieht sich nicht nur auf ökologische Aspekte. Kulturelle Projekte sollen auch längerfristig verstetigt werden.

Zum Abschluss der Reihe treffen sich verschiedene Expert*innen, um das Thema Nachhaltigkeit in einem digitalen Livetalk zu diskutieren. Positionen aus der Verwaltung, Politik, der Bildung und natürlich dem Kunst- und Kulturbereich selbst kommen zu Wort. Kulturelle Bildung soll den Interessen eines breiteren Publikums näherkommen und nachhaltig in der Gesellschaft verankert werden.

Dazu gibt es ein Resümee zum Projekt „Manchmal muss man einfach fragen! Kultur Bild(en)“ selbst und einen Ausblick auf das nächste Jahr. Moderiert wird die Talkrunde vom ehemaligen Kulturagenten Michael Müller. Alle Interessierten können sich den Talk als Livestream auf YouTube anschauen. Bei Anmeldung wird ein Link zugesandt und rechtzeitig über die sozialen Medien und die Website des Projektes bekannt gegeben.

Auch wenn der Livetalk als online Stream verfügbar sein wird, bitten wir um Anmeldung. Angemeldet bekommen Sie den Link und weitere Informationen zugeschickt .

 

9. Kunst digital unterwegs

Frühjahr 2023, Termin und Ort wird noch bekannt gegeben.

Als kleiner Ausblick für nächstes Jahr planen wir einen Kurs zum Digitalen Zeichnen. Zusammen mit Susanne Kiebler spazieren die Teilnehmenden durch die Stadt Konstanz und sammeln fotografische Motive mit dem Handy oder Tablet. Danach werden unterschiedliche Zeichen- und Malapps ausprobiert, mit denen sich die fotografierten Bildmotive übermalen, farbig akzentuieren und neu gestalten lassen. So werden die Vorteile und Möglichkeiten des digitalem Zeichnens kennengelernt und deren Einsatz auf verschiedene Arten ausprobiert. Lehrkräfte, Erzieher*innen können zum Beispiel dann das Erlernte für den Unterricht mit „digital natives“ nutzen uns sich der Verwendung der technischen Instrumente kreativ und spielerisch annähern.

Die Teilnahme ist kostenlos. Für Verpflegung ist gesorgt.

Eindrücke von Teilnehmern

Ein Teilnehmer der Workshops, der freie Autor Michael Buchmüller, hat seine Eindrücke aufgeschrieben und mit uns geteilt. So können Sie einen kleinen Einblick in den Ablauf und Inhalt der Workshops bekommen.

Zeitgenössischer Kunst begegnen- bei Bier und Chips

Der Zugang zur zeitgenössischen Kunst- nicht immer einfach. Manchmal erschließt es sich nicht. Auf den ersten Blick nicht, und auf den zweiten auch nicht. Da wäre Hilfe, eine Einführung gut. Genau das hat Susanne Kiebler zusammen mit dem Kulturamt nun geplant. “Es soll ein niederschwelliges Angebot sein, um das Interesse für Kunst bei vielen Konstanzer;innen zu wecken.” Die Konstanzerin hat bisher an der Pädagogischen Hochschule in Kreuzlingen unterrichtet und widmet sich nun dieser “Kunstoffensive” hier vor Ort. “Weil wir nicht wollen, dass zu den Vernissagen und Ausstellungen immer nur der gleiche Zirkel kommt.” So wurde  eine Reihe ins Leben gerufen, bei der eine einfache Kunstbegegnung möglich wird. Bei Chips und Bier. 

Donnerstagabend, 1.Dezember, ein Dutzend haben sich eingefunden, um sich der Ausstellung “Handarbeit”  von Andrea Vogel zu nähern. Martin Krehl, Konstanzer Architekt gesteht. “Ich stehe solchen modernen Kunstobjekten öfter mal ratlos gegenüber.” Das würde er gerne ändern. Deshalb ist er hier. Diese Neugierde und das Verstehen-Wollen hat auch die anderen Teilnehmer:innen motiviert zu kommen. 

Andrea Vogel hat den alle zwei Jahre ausgelobten Kunstpreis der Stadt und des Kunstvereins 2022 erhalten. Die Schweizerin, Jahrgang 74, studierte Textildesign, entwarf zunächst Stoffe für die renommierte Firma Schläpfer in St. Gallen und hat sich dann immer mehr dem eigenen Kunstschaffen verschrieben. Im großen Raum des Kunstvereins zeigt sie eine Installation aus Häkeldecken. In Brockenhäusern hat sie etwa 300 Stück aufgekauft, diese schwarz eingefärbt und mit einem Harz übergossen, so dass sie nun in verschiedenen Gruppierungen aufgestellt werden konnten.  Schön anzuschauen- die Muster.- Und weiter? Susanne Kiebler fordert auf, genauer hinzuschauen. In einer ausgeteilten schwarzen Pappe ist ein Loch, alle sollen nur einen Ausschnitt betrachten, sich Zeit nehmen. Und schon wird die filigrane und zeitaufwändige Häkelarbeit sichtbar, die Mühe, die sich alle diese anonymen Handarbeiterinnen gemacht haben und deren Produkte nun achtlos, aus der Mode und der Zeit gefallen, entsorgt wurden. Fast entsorgt. Denn hier sind sie bewahrt. Verändert. Reduziert. Vielleicht sogar transformiert. Und es dämmert etwas auf, was Kunst sein kann. Wenn sie über den dargestellten Gegenstand hinausweist. Wenn sie etwas auslöst, einen anderen “Raum” öffnet. Wie bei Iris Wallianos, die nachdenklich wird und erzählt, sie habe selbst so eine große Tischhäkeldecke produziert. Länger her. “Sicher 1,80m auf 2.” Und gerade letzte Woche weggeworfen. Tja… 

Und es ist nur ein Ansatz, in dieser Installation die abertausenden Stunden Handarbeit zu sehen.  Und wie sie nun hier so ästhetisch, modern daherkommen. Die Häkeldecken, die immer noch sind, was sie waren, aber es auch- irgendwie- nicht geblieben sind. Dazu passt ein Foto an der Wand, in einem alten Bilderrahmen, der wohl zum “Häckeldecken-Zeitalter” passt. Darin zu sehen: Die Künstlerin nackt hinter einer dieser ausgehärteten schwarzen Häckeldeckenscheiben. erotisch aufgeladen. Wie eine Flamencotänzerin blickt sie durch das Muster die Betrachter:innen an. Das ist überraschend. Und stark. Eine transformierte Häkeldecke, die eine völlig neue Funktion gefunden hat. 

Um solche Einsichten zu gewinnen braucht es die Entdeckung der Langsamkeit. Die Teilnehmer:innen saßen zehn Minuten vor ihrem Ausschnitt und zeichneten die gehäkelten Muster ab auf eine Klarsichtfolie. Und kamen so der Handarbeit näher. 

 

Ob einem das etwas sagt? Einen Zugang eröffnet? 

Am Ende stehen alle im Kreis, sind angeregt und am Nachdenken über die Kunst. Martin Krehl fasst es stellvertretend zusammen:” So etwas ist längst überfällig. Wenn das zur Tradition werden könnte: So niederschwellig in Konstanz an Kunst herangeführt zu werden…” Das wäre für ihn ein “Grundkurs in Allgemeinbildung”, an dem er gerne wieder teilnehmen würde. 

Das Bier getrunken, die Chips gegessen und “Handarbeit” in der Kunst begegnet, so geht es nach Hause. Fortsetzung sollte folgen. Unbedingt. 

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